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Facebook – Privatsphäre richtig einstellen (Teil 2)

Im ersten Teil des Artikels wurden speziell die Einstellungsmöglichkeiten zur Privatsphäre in Facebook behandelt. Obwohl noch sehr viele andere Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre zur Verfügung stehen, werden diese in Bereiche wie Chronik und Markierungseinstellungen oder Apps ausgelagert. Lesen Sie in diesem Teil, wie Sie auch diese Einstellungen bestmöglich wählen.

In Facebook – Privatsphäre richtig einstellen (Teil 1) haben wir erklärt, wie Sie zu den Einstellungen in Ihrem Facebook Profil gelangen und die optimale Konfiguration bei Privatsphäre vornehmen. Der zweite Teil dieses Artikels wird sich vor allem mit den Konfigurationen zu Chronik und Markierungseinstellungen, Apps und Werbeanzeigen beschäftigen.

Chronik und Markierungseinstellungen

Dieser Bereich wird von Facebook in drei Unterbereiche eingeteilt:

  1. Wer kann Inhalte zu meiner Chronik hinzufügen?
  2. Wer kann die Dinge in meiner Chronik sehen?
  3. Wie kann ich Markierungen, die Nutzer hinzufügen, und Markierungsvorschläge verwalten?

1. Wer kann Inhalte zu meiner Chronik hinzufügen?

1.1 Wer kann in deiner Chronik posten?

Um Spam, beleidigende Beiträge oder sogar Mobbing in Ihrer Chronik von Freunden zu vermeiden, sollten Sie hier die Einstellung Nur ich wählen.

1.2 Möchtest du Beiträge, in denen dich deine Freunde markieren, prüfen, bevor sie in deiner Chronik erscheinen?

Ein eigentlich sehr innovatives aber gleichzeitig auch sehr kritisch zu sehendes Feature im Bezug auf den Schutz der Privatsphäre, ist das Markieren von Personen auf Fotos. Leider kann man in Facebook zurzeit nicht verhindern, dass jemand die eigene Person auf Fotos markiert. Was man allerdings verhindern kann, ist das Erscheinen dieser Markierung in der eigenen Chronik mit der Einstellung Aktiviert.

2. Wer kann die Dinge in meiner Chronik sehen?

2.1 Überprüfe, was andere Personen in deiner Chronik sehen?

Ein sehr schönes Feature zur Überprüfung der eigenen Einstellungen ist über den Link Anzeigen aus der Sicht von in den Einstellungen zu erreichen. Hier kann man prüfen, wie sein eigenes Profil aus Sicht eines bestimmten Freundes oder aus Sicht eines Nicht-Freundes (Öffentlich) zu sehen ist.

Ein interessantes Tool, welches diese Facebook eigene Funktion noch erweitert, ist das Firefox Add-On Facebook Privacy Watcher. Mithilfe dieses Tools ist es möglich, die Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook mittels Farben darzustellen um herauszufinden, welche Inhalte für wen sichtbar sind.

2.2 Wer kann Beiträge, in denen du markiert wurdest, in deiner Chronik sehen?

In engem Zusammenhang mit der im Punkt 1.2 getroffenen Einstellung steht die nachfolgende Konfigurationsmöglichkeit:

Hier legt man fest, wer die Beiträge, in denen man markiert wurde, in der eigenen Chronik sehen darf. Mit einem Klick auf Weitere Optionen kann man sehr spezielle Einstellungen treffen, indem man beispielsweise bestimmte Personen komplett blockiert. Unsere Einstellungs-Empfehlung: Nur ich. Anschließend können nur noch Sie selbst in Ihrer Chronik sehen, in welchen Beiträgen Sie markiert wurden.

2.3 Wer kann sehen, was andere in deiner Chronik posten?

An dieser Stelle können Sie festlegen, wer Beiträge sehen darf, die andere Personen in Ihre Chronik schreiben. Um Beiträge vor der Öffentlichkeit zu verstecken, wählen Sie hier Freunde. Haben Sie unter 1.1 die Option Nur Ich gewählt, dann bleibt diese Einstellung – zumindest für neue Beiträge – ohne Wirkung.

3. Wie kann ich Markierungen, die Nutzer hinzufügen, und Markierungsvorschläge verwalten?

3.1 Möchtest du die Markierungen überprüfen, die Nutzer zu deinen eigenen Beiträgen hinzufügen, bevor sie auf Facebook erscheinen?

Die nächste Einstellungsmöglichkeit wird von Facebook etwas umständlich umschrieben, ist aber im Grunde genommen ganz einfach zu verstehen: Wenn Sie einen Beitrag in Ihrer Chronik veröffentlichen und ein Freund von Ihnen eine Person in diesem Beitrag markiert, dann kann die markierte Person Ihren Beitrag sehen, obwohl Sie vielleicht gar nicht befreundet sind. Um dies zu verhindern, kann diese Option auf Aktiviert gestellt werden.

Ab jetzt müssen Sie alle Markierungen, welche Freunde in Ihren Beiträgen anbringen, zuerst überprüfen und freigeben, bevor die markierte Person diese Beiträge sehen kann.

3.2 Wen möchtest du zu dem Publikum hinzufügen, der noch nicht Teil davon ist, wenn du in einem Beitrag markiert wirst?

Diese, eigentlich recht harmlos klingende Einstellung, sollte sehr sorgfältig und überlegt gewählt werden.

Was bedeutet diese Einstellung konkret? Nehmen wir an, Sie werden auf einem Foto eines Freundes bei Facebook markiert. Wäre hier nun die Einstellung Freunde gewählt, dann würde das bedeuten, dass automatisch Ihr kompletter Freundeskreis das Foto ebenfalls sehen kann. Als Konsequenz könnte sich der Nutzerkreis, welcher das Bild sehen kann, von vielleicht ursprünglich 300 Personen auf 600 oder mehr (je nachdem wie viele Freunde Sie haben) vergrößern. Aus diesem Grund raten wir hier zur Einstellung: Nur ich.


3.3 Wer kann Markierungsvorschläge sehen, wenn Fotos hochgeladen werden, die dir ähneln?

Die letzte Option in diesem Bereich bezieht sich auf ein Feature, dass Facebook im September 2012 auf Druck der irischen Datenschutzbehörde deaktiviert hat: Die Gesichtserkennung.

Etwas irreführend ist hierbei die Beschreibung “noch nicht verfügbar für dich”. Eigentlich müsste es korrekt lauten “aktuell nicht mehr verfügbar für dich”. Wann und ob die Gesichtserkennung in Europa wieder freigegeben wird, ist bis jetzt noch unklar.

Anwendungen

Eine der gefährlichsten Features aus Sicht des Datenschutzes sind Anwendungen von Drittanbietern bei Facebook. Hier bieten Firmen wie z.B. Zynga (Entwickler des bekannten Spiels FarmVille) Anwendungen an, die auf zahlreiche Daten des Nutzers zugreifen können.

Die erschreckende Konsequenz: Nun hat nicht mehr nur Facebook Ihre Daten, sondern auch ein Drittanbieter, der über die Anwendungen auf einen Teil dieser Daten zugreifen kann. Unsere nachdrückliche Empfehlung: Aus (Anwendungen deaktivieren)

Werbeanzeigen

Wie in Teil 1 dieses Artikels bereits erwähnt, ist Werbung die Haupteinnahmequelle von Facebook. Um die Nutzung der eigenen Daten für Werbezwecke in geringem Maße einzugrenzen, bietet uns Facebook drei Konfigurationsmöglichkeiten.

1. Webseiten Dritter

Diese Einstellung ist wohl die irreführendste Einstellung die Facebook anzubieten hat. Der erste Absatz der Beschreibung lässt nämlich vermuten, dass es sich hierbei lediglich um eine präventive Einstellung handelt. Der zweite Absatz macht dann allerdings deutlich, dass die eigenen Daten sehr wohl auf Webseiten von Dritten verwendet werden. Der kleine aber feine Unterschied: Zurzeit werden die Daten noch nicht an Dritte weitergegeben sondern werden nur auf Webseiten von Dritten angezeigt (die eigentlichen Daten bleiben also noch bei Facebook).

In der Praxis sieht das wie folgt aus: Wenn eine Webseite ein soziales Plug-in wie beispielweise die Like-Box (auch von Blog IT-Solutions genutzt) oder den Like-Button einbindet, dann werden einzelne Anwenderdaten wie Bilder oder Namen auf Webseiten Dritter angezeigt. Die Webseite selbst, wo das Bild angezeigt wird, hat allerdings keinen Zugriff auf diese Daten, da die Plug-ins lediglich über einen externen Link zu Facebook eingebunden werden.

Wir empfehlen hier unbedingt die Einstellung: Niemand

2. Werbeanzeigen und Freunde

Bei der nächsten Option geht es um Werbung bei Ihren Freunden auf Facebook. Sie können bei dieser Option bestimmen, in wie weit Ihr eigener Facebook-Name für die Werbung, welche bei Ihren Freunden angezeigt wird, verwendet werden darf. Ein Beispiel in Ihrem Newsfeed könnte wie folgt aussehen:

Hier hat sowohl Max Mustermann als auch Erika Mustermann diese Einstellung nicht sorgfältig gewählt, denn plötzlich werben andere Unternehmen (Sponsored Post) mit den Namen der beiden Personen. Wir empfehlen Ihnen deshalb die Einstellung Niemand, damit Ihr Name in Zukunft nicht neben unseriösen Werbeanzeigen erscheint.

3. Custom Audiences für Webseite und Handy-App

Die letzte Option hat es noch einmal in sich: Durch den Besuch verschiedener Webseiten werden in Ihrem Browser sogenannte Cookies abgelegt, welche von Facebook – sofern auf den jeweiligen Seiten ein Facebook sozial Plug-in verwendet wird – problemlos ausgelesen werden können.

Dadurch kann Facebook viel gezielter für Sie Werbung schalten. Haben Sie beispielsweise vor Ihrem Besuch auf Facebook noch kurz bei Zalando vorbei geschaut, dann kann Ihnen Facebook nun gezielt Werbung für Schuhe oder Klamotten anzeigen. Möchten Sie das nicht, dann klicken Sie im unteren Teil dieser Option auf Deaktiviere.

Anschließend erscheint ein nicht übersetzter Text wo Sie irgendwo den Button Abbestellen finden. Nutzen Sie diese Option um individualisierte Werbung in Zukunft zu unterbinden.

Fazit

Die Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre sind bei Facebook zum Teil in Bereichen versteckt, wo man diese auf Anhieb nicht vermuten würde. So sind nicht alle Einstellungen, welche zum Schutz der Privatsphäre beitragen, auch tatsächlich unter Privatsphäre zu finden. Zum Nachteil der Anwender sind einige Einstellungen sogar gut versteckt oder zum Teil irreführend beschrieben.

Wir hoffen wir konnten mit dieser zweiteiligen Artikelserie etwas Licht ins Dunkle bringen und dafür sorgen, dass Sie in Zukunft Ihre Privatsphäre bei Facebook richtig einstellen und damit besser schützen.

Veröffentlicht von Josef Seidl

Josef Seidl ist Student der Wirtschaftsinformatik, Freelancer und Gründer von Blog IT-Solutions. Er ist begeistert von Technik, schätzt performante Websites und IT-Sicherheit. In seiner Freizeit unternimmt er gerne Wandertouren und lässt sich von fremden Orten inspirieren. Zu finden ist er auch bei XING und privat bei Twitter.

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