Home Menü

DISQUS WordPress Performance optimieren

Immer mehr professionelle Blogger ersetzen das WordPress integrierte Kommentarsystem durch die Diskussions-Plattform DISQUS. Leider wirkt sich diese Umstellung aber in der Regel negativ auf die Performance und somit die Ladezeit der eigenen WordPress-Webseite aus. Diese Anleitung löst das Problem und zeigt, wie Sie die Performance von DISQUS optimieren und Einbußen bei der Ladezeit vermeiden.

Im Standard werden bei installiertem DISQUS Kommentarsystem beim Aufruf einer Unterseite, wo die Kommentarfunktion aktiviert ist, zusätzlich über 20 HTTP GET Anfragen verursacht, was ein Blick in das Google Chrome Developer Tool bestätigt.

Diese zusätzlichen Anfragen werden zwar im Standard sowohl asynchron als auch nicht-blockierend ausgeführt, das ändert allerdings nichts daran, dass dadurch die Gesamtladezeit der eigenen Webseite steigt, obwohl manche Leser überhaupt nicht bis ans Ende eines Artikels scrollen um die Kommentarfunktion zu nutzen. Eine Lösung: Lazy Load von DISQUS. Mithilfe der Lazy Load-Technik wird das DISQUS-Kommentarsystem nur geladen, wenn Anwender auch tatsächlich bis zum Kommentarbereich scrollen bzw. explizit auf einen Button klicken.

Tipp: Sie wollen mehr über das Thema WordPress Performance und HTTP GET Anfragen erfahren? Dann werfen Sie doch einen Blick in unsere WordPress Performance Guideline.

DISQUS Lazy Load mit Disqus Conditional Load

Um DISQUS-Kommentare nur bei Bedarf zu laden, installieren Sie zuerst das Plugin Disqus Conditional Load (die kostenlose Version reicht vollkommen aus). Stellen Sie zuvor aber unbedingt sicher, dass das Standard DISQUS WordPress Plugin deinstalliert wurde. Das neue Plugin liefert nämlich die Funktionen des „normalen“ DISQUS-Plugins und erweitert dieses darüber hinaus noch mit zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten. So wird Ihnen beispielsweise im Back-End des Disqus Conditional Load Plugins unter Disqus Settings —> Advanced Features die Möglichkeit geboten, den Kommentarbereich auf Wunsch nur dann zu laden, wenn ein Leser bis zu den Kommentaren scrollt („On Scroll“) bzw. wenn er explizit auf einen Button klickt („On Click“), der das Laden der einzelnen DISQUS-Dateien auslöst.

Für Blog IT-Solutions habe ich mich für Option „On Scroll“ entschieden, was aus meiner Sicht die nutzerfreundlichste Variante darstellt.

Zusätzlich gibt es ab Version 9.0.2 des Plugins die Möglichkeit, die sogenannte count.js – Datei von DISQUS nicht zu laden. Hierbei handelt es sich um eine JavaScript-Datei die unter anderem die Gesamtzahl der Kommentare eines Beitrags ermittelt. Bei Deaktivierung dieser Datei (Einstellung YES im nächsten Screenshot) funktioniert deshalb die Ausgabe der Gesamtanzahl an Kommentaren, beispielsweise am Anfang eines Artikels, nicht mehr. Somit ist diese Option nur dann von praktischer Relevanz, wenn das genutzte Theme auf die Ausgabe der Gesamtanzahl von Kommentaren verzichtet.

Generell bin ich mittlerweile mit der Zuverlässigkeit und dem Funktionsumfang des Plugins sehr zufrieden, nachdem ich den Plugin-Autor Joel James seit Version 8.0.2 mit Beta-Tests und zahlreichen Verbesserungsvorschlägen in Bezug auf die Web Performance unterstütze. Gerne können deshalb Vorschläge für neue Features oder Optimierungen auch im Kommentarbereich dieses Artikels hinterlassen werden.

Performance-Vergleich: Standard DISQUS Plugin vs. Disqus Conditional Load

Ein Performance-Vergleich des von DISQUS ausgelieferten Plugins mit dem Disqus Conditional Load Plugin über WebPagetest.org zeigt klar den Unterschied. So konnte die Seitenladezeit unter Einsatz von Disqus Conditional Load mit der Option „On Scroll“ um über 25 Prozent reduziert werden.

VorherNachherVeränderung
ZeitRequestsZeitRequestsZeitRequests
First View7.934885.900s61-26 %-31 %
Repeat View5.042s383.801s19-25 %-50 %

Testaufbau: Median aus 9 Tests von Falkenstein (Deutschland) mit Google Chrome auf die Seite http://www.blog-it-solutions.de/2014/raumfeld-spotify/ mit dem Tool von WebPagetest.org. Alle Daten beziehen sich auf „Fully Loaded“. Beim Test waren auf der Webseite Elemente von Drittanbietern (Facebook, Google AdSense) aktiv, was die Vergleichbarkeit des Vorher-/Nachher-Tests geringfügig negativ belastet.

DISQUS Datenschutzerklärung – Ein Muster

Wer auf seiner Webseite DISQUS einsetzt, der sollte sich in jedem Fall auch um die Erweiterung seiner Datenschutzerklärung Gedanken machen, da das Plugin sämtliche Daten (u.a. IP-Adresse, E-Mail-Adresse und Kommentartext) auf den eigenen Servern in den USA speichert und ggf. an andere Dienste weitergibt. Solche Dienste können beispielsweise Facebook, Twitter und andere Plattformen sein, über welche die Anmeldung in DISQUS möglich ist.

Die Datenschutzerklärung für DISQUS auf Blog IT-Solutions finden Sie unter

Datenschutzerklärung – DISQUS

Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um ein Muster handelt, dass von keinem Rechtsanwalt überprüft wurde und deshalb eine ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzt.

Achtung: Problematisch für Webseiten-Betreiber kann vor allem der Umzug zu DISQUS werden, da hierbei sämtliche Kommentare des WordPress eigenen Kommentarsystems in die USA übertragen werden müssen, falls man die alten Kommentare nicht verlieren möchte. Da allerdings die Nutzer Ihrer Webseite zum Zeitpunkt des Kommentars nicht wissen konnten (wegen fehlender Datenschutzerklärung), dass die Daten irgendwann vielleicht in den USA landen, ist der Datentransfer aus rechtlicher Sicht sehr problematisch zu bewerten.

Fazit

Wer als Webseiten-Betreiber auf das Kommentarsystem DISQUS setzt, der hat sich im Vorfeld üblicherweise viele Gedanken über die Vor- und Nachteile des Systems gemacht. Ein Nachteil, der dabei vielleicht genannt wurde, könnte das Thema Performance sein. Mit dieser Anleitung gehört das Problem aber der Vergangenheit an, denn das WordPress-Plugin Disqus Conditional Load schafft es, die Seitenladezeit wieder auf das Ausgangsniveau (vor dem Einsatz von DISQUS) zu senken. Unabhängig davon sollten Sie auch unbedingt prüfen, ob Ihre Datenschutzerklärung beim Einsatz von DISQUS bereits um die nötigen (rechtlichen) Informationen ergänzt wurde.

Getestet unter WordPress 4.0 und Disqus Conditional Load 9.0(.3)

Veröffentlicht von Josef Seidl

Josef Seidl hat an der TU München und der Stanford University Wirtschaftsinformatik (M.Sc.) studiert. Er ist begeistert von Technik und schätzt performante Webseiten. In seiner Freizeit unternimmt er gerne Wandertouren und lässt sich von fremden Orten inspirieren. Zu finden ist er auch bei XING und privat bei Twitter.