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MacBook Pro mit Intel SSD 320

Viele von Ihnen spielen vielleicht auch schon seit längerem mit dem Gedanken, ihr MacBook (Pro) mit einer SSD-Festplatte der neuesten Generation – wie z.B. der Intel SSD 320 – auszustatten. Was es hierbei zu beachten gibt und welche Probleme bei der Umstellung von einer HDD zu einer SSD entstehen können, wird folgender Artikel erläutern.

Im gezeigten Testszenario wurde eine von Apple geprüfte Hitachi Travelstar 7K320 320GB (HTS723232L9SA62) durch eine Intel SSD 320 160 GB (SSDSA2CW160G3K5) ersetzt.

Intel SSD 320 mit 160 GB – Der Lieferumfang

Nach der Lieferung und dem Auspacken der Solid-State-Disk offenbart sich gleich die große Zubehörvielfalt die Intel in der Retail-Version bietet. So ist neben zahlreichen Schrauben, einem SATA-Kabel, der Treiber CD-ROM und einem Stromadapter auch noch ein 3.5″ Einbaurahmen im Lieferumfang dabei.

Bei der ersten Betrachtung des Speichermediums stellt man fest, dass Intel die SSD mit einer unpolierten Oberfläche ausliefert, was zu Beginn unweigerlich dazu führt, dass man denkt, die Festplatte sei von einer minderwertigen Qualität. Tatsächlich liegt aber hier eine gewollte Kosteneinsparung des Herstellers vor, was letztendlich auch dazu führt, dass die Solid-State-Disk für den Endverbraucher günstiger angeboten werden kann.

Intel SSD 320 mit 160 GB – Der Einbau in ein MacBook Pro (Mitte 2009)

Nach der äußeren Betrachtung des neuen Produkts wurde der Einbau in ein MacBook Pro (Mitte 2009) vorgenommen. Dieser Einbau gestaltete sich letztendlich auch sehr einfach, da beim genannten Modell lediglich die Schrauben auf der Rückseite des Notebooks plus die Schrauben zur Justierung der Festplatte im Inneren gelöst werden mussten. Sollten Sie noch keine Erfahrung beim Wechsel einer Festplatte mit Ihrem MacBook (Pro) Modell haben, so empfehle ich Ihnen die Mac Repair Anleitungen auf ifixit.com. Dort wird unter anderem der Tausch einer Festplatte für alle möglichen MacBook (Pro) Modelle mit einer ausführlich bebilderten Vorgehensbeschreibung erläutert.

Hinweis: Im Gegensatz zur der auf ifixit.com gezeigten Anleitung zum Ausbau einer Festplatte aus einem MacBook Pro (Mitte 2009) musste in diesem Test der Akku nicht entfernt, sondern lediglich die Halterung der Festplatte geöffnet werden um einen Austausch vorzunehmen.

Bitte beachten Sie zudem auch, dass Sie zum Wechsel der Festplatte folgendes Werkzeug benötigen (Beispiel MacBook Pro (Mitte 2009)):

  • Einen sehr feinen Schraubenzieher zum Öffnen der MacBook-Unterseite
  • Einen speziellen Torx-Schraubenzieher zum Lösen der T6-Torx-Schrauben an der Festplatte

Bei letzt genanntem Werkzeug kann jedoch auch eine kleine Zange genügen. Die T6-Torx-Schrauben müssen beim Umbau von der alten Festplatte abgeschraubt und an die neue Platte wieder montiert werden, damit die SSD im MacBook (Pro) befestigt werden kann.

Intel SSD 320 mit 160 GB – Der Test

Nach dem erfolgreichen Einbau der SSD und der anschließenden Installation von Mac OS X Snow Leopard 10.6 und zusätzlich Windows 7 Pro x64 per BootCamp, wurden die ersten Benchmarks durchgeführt. Bereits bei der Installation konnte man den Geschwindigkeitsschub spüren, den sowohl die Installation beider Betriebssysteme als auch die spätere Installation von verschiedener Programme war spürbar schneller. Zudem bietet die SSD zwei weitere sehr große Vorteile: Zum einen ist sie lautlos, wodurch das MacBook (Pro) im normalen Idle-Betrieb nicht mehr wahrgenommen werden kann, und zum anderen ist die SSD im Notfall gegen Stürze um ein vielfaches resistenter als eine herkömmliche Festplatte.

Der subjektiven Geschwindigkeitszuwach kann mit einigen Benchmarks untermauert werden.

1. Bootzeiten

Als Bemessungsgrundlage für die Bootzeiten wurde als Startpunkt die Auswahl des Betriebssystems im BootManager und als Endpunkt das vollständig geladene Anmeldefenster im Betriebssystem zugrunde gelegt. Alle Messungen wurden zudem mindestens 3 mal durchgeführt. Von diesen Messungen wird in der unten stehenden Tabelle das arithmetische Mittel als Vergleichswert herangezogen. Bitte beachten Sie auch, dass die Messungen der HDD unter Windows und Mac OS etwas verfälscht sein können, da diese Tests mit einem bestehenden (ein Jahr alten Betriebssystem) durchgeführt wurden.

 HDDSSDDifferenz (%)
Startzeit (Mac OS X 10.6.7)30,0 Sekunden10,0 Sekunden20,0 Sekunden (200 %)
Startzeit (Windows 7 Pro x64)42,0 Sekunden22,0 Sekunden20,0 Sekunden (90 %)
    
Shutdownzeit (Mac OS X 10.6.7)11,0 Sekunden2,5 Sekunden8,5 Sekunden (340 %)
Shutdownzeit (Windows 7 Pro x64)35,0 Sekunden3,0 Sekunden32,0 Sekunden (1050 %)

 

2. XBench

Weitere wichtige Informationen bezüglich SSDs

Defragmentierung

Die allseits bekannte Defragmentierung – welche bei herkömmlichen Festplatten sehr beliebt ist – sollte bei Solid-State-Disks tunlichst unterlassen werden. Dies hat mehrere Gründe: Zum einen bringt eine Defragmentierung der Dateien auf einer SSD keinen Geschwindigkeitsvorteil, da diese nur noch aus Flash-Speicherzellen (MLC oder SLC) bestehen und somit der Zugriff auf jede einzelne Speicherzelle, egal wo sich diese befindet, gleich schnell ist. Zum anderen vermindert eine Defragmentierung nur unnötig die Lebensdauer einer SSD, da beim Zusammensetzen der einzelnen, auf der Platte verstreuten Dateien, viele Lese-/Schreibzugriffe erforderlich sind.

TRIM

Mithilfe des TRIM-Befehls teilen Betriebssysteme wie Windows 7 der SSD mit, welche Sektoren vom Dateisystem nicht mehr benötigt werden. Dies kann im besten Fall dazu führen, dass die Schreibzugriffe und somit die allgemeine Geschwindigkeit des Systems verbessert wird. Leider unterstützt Mac OS X Snow Leopard diesen Befehl für die Intel SSD 320 nicht.

Fazit

Durch den Einbau der Intel SSD 320 macht das normale Arbeiten mit dem MacBook Pro gleich noch mehr Spaß. Sogar die oftmals sehr nervige Bootzeit konnte um ein Vielfaches reduziert werden. Die Empfehlung einer SSD kann von meiner Seite aus uneingeschränkt ausgesprochen werden.

Getestet unter: Mac OS X Snow Leopard 10.6(.7)


Nachtrag:

Die Intel SSD 320 funktioniert auch noch unter Mac OS X Lion (10.7) tadellos. Die TRIM-Unterstützung ist nativ jedoch weiterhin deaktiviert.

Veröffentlicht von Josef Seidl

Josef Seidl hat an der TU München und der Stanford University Wirtschaftsinformatik (M.Sc.) studiert. Er ist begeistert von Technik und schätzt performante Webseiten. In seiner Freizeit unternimmt er gerne Wandertouren und lässt sich von fremden Orten inspirieren. Zu finden ist er auch bei XING und privat bei Twitter.